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Verfahren zur Überprüfung von passiven Schutzeinrichtungen an Straßen
3.247
IDN 706053
Forschungsstelle Technische Hochschule Darmstadt, Fachgebiet Straßenentwurf und Straßenbetrieb (Prof. Dr.-Ing. W. Durth)
Bearbeiter Lippold, C.
Mattheß, V.
Auftraggeber Bundesministerium für Verkehr, Bonn
Stand Abschluss: Februar 1993

Im Jahre 1989 hat der Bundesminister für Verkehr die neuen Richtlinien für passive Schutzeinrichtungen an Straßen (RPS) herausgegeben. Diese Richtlinien bauen auf den Erfahrungen mit den 1972 eingeführten Richtlinien für abweisende Schutzeinrichtungen an Bundesfernstraßen auf und berücksichtigen neue technische Entwicklungen. Das Einführungsschreiben des Bundesministers für Verkehr enthältden Auftrag an die Landesverwaltungen, die bestehenden Straßen auf die Notwendigkeit von Schutzeinrichtungen und deren konstruktive Gestaltung zu untersuchen. Auf der Basisder Richtlinien für passive Schutzeinrichtungen an Straßen (RPS 1989) wird in einem Pilotprojekt ein Verfahrenbeschrieben, das es ermöglicht, mit angemessenem Arbeits- und Zeitaufwand das vorhandene Straßennetz mit Videoaufnahmen zu überprüfen. Diese Überprüfung betrifft sowohl die Notwendigkeit passiver Schutzeinrichtungen überhaupt als auch, bei vorhandenen Schutzeinrichtungen, deren angemessene konstruktive Gestaltung. In einem ersten Schritt werden die in den RPS 1989 angeführten Kriterien für die Bestimmung der Notwendigkeit passiver Schutzeinrichtungen so strukturiert, daß sie in Form eines Entscheidungsbaumes manuell oder rechnergestützt einfach überprüft werden können. Dabei werden auch Möglichkeiten aufgezeigt, durch ergänzende Angaben in Straßendatenbanken diese Überprüfung der Notwendigkeit zu erleichtern. Die oben genannten Kriterien gelten weitestgehend auch für die Bestimmung der Eignung der gewählten Schutzkonstruktion. Im zweiten Schritt wird mit ihnen die konstruktive Ausbildung von Schutzeinrichtungen festgelegt. Sofern gute Planunterlagen und/oder eine Straßendatenbank zur Verfügung stehen, lassen sich die Entscheidungen über die Notwendigkeit und über die Art passiver Schutzeinrichtungen streckenweise ganz ohne oder nur mit einer vereinfachten Ortsbesichtigung treffen. FehlenPlanunterlagen, so lassen sich fast alle benötigten Angaben aus Videoaufzeichnungen entnehmen. Der prinzipielle Aufbau eines mobilen Erfassungssystems und die Methodik der Auswertung werden beschrieben. Ein Formblatt zur Aufnahme der Straßensituation und des Bestands an Schutzeinrichtungen bei der Videoauswertung sowie für die Ableitung von Maßnahmen ist im Anhang der Arbeit dargestellt. An einem Beispiel wurde schließlich mit Erfolg erprobt, ob das entwickelte Verfahren anwendbar ist. Anhand des Beispiels läßt sich auch der Zeitaufwand zur Datenerhebung und -auswertung abschätzen. Die Kosten wurden sehr grob überschlagen. Die Ableitung einer quantitativen Aussage über den Veränderungsbedarf ist aus dem Beispiel aber noch nicht möglich. Hierfür wäre ein größeres Untersuchungsnetz erforderlich, am besten mehrere Vergleichsnetze, nach Straßenklassen, Bundesländern und Topographie differenziert.

Veröffentlichung Lippold, C.; Mattheß, V.: Verfahren zur Überprüfung von passiven Schutzeinrichtungen auf Straßen. Forschung Straßenbau und Straßenverkehrstechnik (BMV, Bonn) H. 646, 1993, 44 S.