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Detailergebnis zu DOK-Nr. 82419

Effekte etablierter Carsharing-Angebote auf die Carsharing-Akzeptanz, den Pkw-Besitz und das Mobilitätsverhalten in urbanen Wohnquartieren

Autoren F. Czarnetzki
Sachgebiete 5.3 Stadtverkehr (Allgemeines, Planungsgrundlagen)
6.1 Verkehrserhebungen, Verkehrsmessungen

Hamburg: Technische Universität Hamburg-Harburg, Institut für Verkehrsplanung und Logistik, Harburger Berichte zur Verkehrsplanung und Logistik, Schriftenreihe des Instituts für Verkehrsplanung und Logistik, Band 25, 2025, 172 S., zahlr. B, T, Q

Diese Dissertation richtet den Fokus auf die Carsharing-Akzeptanz und -Effekte in der Hamburger Innenstadt – einem Untersuchungsraum mit vergleichsweise stark etablierten Carsharing-Angeboten und weit fortgeschrittener Verbreitung von Carsharing-Mitgliedschaften in der Bevölkerung. Unter Carsharing-Akzeptanz wird in dieser Arbeit die bereits erfolgte Carsharing-Nutzung oder die Bereitschaft zur zukünftigen Nutzung verstanden. Bei den Carsharing-Effekten stehen die Auswirkungen der Carsharing-Nutzung auf den Pkw-Besitz und das Mobilitätsverhalten im Vordergrund. Als empirische Basis dient eine im November und Dezember 2019 durchgeführte Befragung von Carsharing-Nutzenden und -Nichtnutzenden in 16 Innenstadtquartieren Hamburgs. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Einstellungen und soziodemographischen Merkmale der gegenwärtigen Carsharing-Nutzenden in Hamburg trotz fortgeschrittener Carsharing-Diffusion noch immer von denen der Nichtnutzenden unterscheiden. Carsharing-Nutzende sind demnach signifikant häufiger jung, männlich, hochgebildet, gutverdienend sowie relativ affin für die Autonutzung, wobei das Ausmaß der Unterschiede zwischen Carsharing-Nutzenden und -Nichtnutzenden allerdings überschaubar ist. Nichtnutzende, die stark am Carsharing interessiert sind und somit potenziell zukünftige Carsharing-Nutzende repräsentieren, weichen hingegen vom Bild des typischen Carsharing-Nutzenden ab. Im Vergleich zu den bisherigen Carsharing-Nutzenden sind die am Carsharing interessierten Nichtnutzenden in soziodemographischer Hinsicht heterogener und messen der Autonutzung eine geringere, der Nutzung des Fahrrads und öffentlicher Verkehrsmittel wiederum eine größere Bedeutung bei. Dies lässt darauf schließen, dass die fortschreitende Etablierung der Carsharing-Angebote tatsächlich zu einer Diversifizierung der Carsharing-Nutzerbasis führt. Bei der Untersuchung der Carsharing-Effekte zeigte sich, dass die Hamburger Carsharing-Angebote den Pkw-Besitz und infolgedessen auch den generellen Umfang der Autonutzung reduzieren, wovon neben den Carsharing-Diensten selbst vor allem der Umweltverbund profitiert. Gleichwohl sind diese Effekte relativ schwach ausgeprägt, was hauptsächlich an der unterschiedlichen Nutzung und Wirkung der stationsbasierten und der stationslosen Carsharing-Variante liegt.