Detailergebnis zu DOK-Nr. 82405
Sicherheitsbewertung des ersten Schnellbussystems in Tansania (Orig. engl.: Safety evaluation of the first bus rapid transit system in Tanzania)
| Autoren |
A.E. Kitali C. Kadeha B. Kutela E. Kidando D.D. Semu N. Novat J.W. Matyenyi |
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| Sachgebiete |
1.4 Statistik (Straßen, Kfz, Unfälle) 5.3.4 Öffentlicher Personennahverkehr 6.3 Verkehrssicherheit (Unfälle) 17.1 Verkehrsplanung, Verkehrssicherheit, Entwurf |
Transportation Research Record (TRR): Journal of the Transportation Research Board Vol. 2678, H. 8, 2024, S. 155-170, 13 B, 1 T, zahlr. Q. - Online unter: https://journals.sagepub.com/home/trr
Das erste Bus-Rapid-Transit-System (BRT, Schnellbussystem) in Tansania und das dritte in Afrika wurde 2016 in Betrieb genommen. Da es eingeführt wurde, um Staus zu verringern und effiziente öffentliche Verkehrsmittel zu fördern, haben sich die meisten bisherigen Forschenden auf die Wirksamkeit hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Fahrzeiten der Busse konzentriert. Die Fahrzeit ist zwar wichtig, aber der Sicherheitsaspekt des BRT-Systems ist ebenso wichtig. In dieser Studie wurde eine umfassende Sicherheitsbewertung des BRT-Systems in Tansania anhand von Unfallzahlen aus fünf Jahren (2016–2020) durchgeführt. Mit Hilfe einer Hotspot-Analyse wurden Orte identifiziert, an denen es zu mehr Unfällen kam. Um die wichtigsten Themen aus den Unfallberichten zu ermitteln, wurde ein Text-Mining-Ansatz verwendet. Die ermittelten Themen wurden anschließend mit Hilfe eines Bayes'schen Netzwerks (BN) weiter analysiert, um ihren Zusammenhang mit der Schwere der Unfälle mit BRT-Bussen zu verstehen. Die Analyse der Ergebnisse zeigte, dass große Knotenpunkte und Orte mit kommerziellen Aktivitäten die Hotspots für Unfälle mit BRT-Bussen sind. Das Textmining ergab, dass die meisten Unfälle mit BRT-Bussen und Fußverkehr damit zusammenhingen, dass das Fahrpersonal die Verkehrssteuerungsanlagen nicht beachtete. Unfälle mit einer Kollision zwischen BRT-Bussen und nicht motorisierten Verkehrsteilnehmenden waren mit höherer Wahrscheinlichkeit schwerwiegend. Die Ergebnisse der BN-Studie zeigten, dass Ablenkung, Kollisionen mit nicht motorisierten Verkehrsteilnehmenden und die Missachtung von Verkehrssteuerungseinrichtungen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit schwerer Unfälle verbunden sind. Die Ergebnisse sollen Behörden dabei helfen, die Sicherheit bestehender und künftiger BRT-Systeme zu verbessern.