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Detailergebnis zu DOK-Nr. 82414

Verkehrsablauf auf hintereinander folgenden Einfädelungsstrecken (Orig. engl.: Traffic performance of successive freeway merge segments)

Autoren A. Brandenburg
J. Sauer
J. Geistefeldt
Sachgebiete 5.1 Autobahnen
5.11 Knotenpunkte
5.15 Verkehrsablauf (Verkehrsfluss, Leistungsfähigkeit, Bemessung)

Transportation Research Record (TRR): Journal of the Transportation Research Board Vol. 2678, H. 8, 2024, S. 325-335, 6 B, 3 T, zahlr. Q. - Online unter: https://journals.sagepub.com/home/trr

An Autobahnkreuzen mit hohem Verkehrsaufkommen kann die Umsetzung von zwei aufeinanderfolgenden Einfädelungsstrecken den Verkehrsfluss und die Kapazität verbessern, indem die Einfädelmanöver verteilt werden. Die deutschen Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA) definieren verschiedene Arten von aufeinanderfolgenden („doppelten“) Einfädelungsstrecken. Nach dem Verfahren zur Bewertung der Qualitätsstufe von Autobahn-Einfädelungsabschnitten im deutschen Handbuch zur Autobahnkapazität (HBS, Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen) können aufeinanderfolgende Einfädelungsabschnitte separat bewertet werden. Je nach Entfernung zwischen den Einfädelungen kann jedoch die Kapazität der zweiten (flussabwärts gelegenen) Einfädelungsstrecke durch den einfahrenden Verkehr an der ersten (flussaufwärts gelegenen) Einfädelungsstrecke beeinflusst werden, was die Fahrstreifenflussverteilung beeinflusst. Für eine genauere Bewertung der Verkehrsflussleistung (Sättigungssverkehrsstärke) und Verkehrssicherheit, abhängig von den geometrischen Entwurfsmerkmalen, Fahrzeuginteraktionen, Spurwechseln, wurden in der Studie der Ruhruniversität Bochum die resultierende Kapazität aufeinanderfolgender Einfädelabschnitte, Unfallraten und Unfallarten analysiert. Die Forschung basierte ebenfalls auf Daten von Schleifendetektoren sowie Trajektoriendaten, die aus Videoaufnahmen gewonnen wurden und Einblicke in die Interaktionen zwischen Hauptfahrbahn und einfahrenden Fahrzeugen geben. Für die Analyse der Verkehrssicherheit wurden Unfalldaten über einen Zeitraum von 3 Jahren ausgewertet. Darüber hinaus wurden aufeinanderfolgende Einfädelungsabschnitte mit unterschiedlichen geometrischen und verkehrlichen Merkmalen mithilfe des mikroskopischen Verkehrssimulationsprogramms BABSIM modelliert, um den Einfluss auf den Verkehrsfluss und die Kapazität zu analysieren. Als Ergebnis werden Kapazitätsmodelle und Empfehlungen für die geometrische Gestaltung aufeinanderfolgender Autobahn-Einfädelungsabschnitte bereitgestellt.