Detailergebnis zu DOK-Nr. 82467
Analysen zur CO2-Bepreisung im Gebäude- und Verkehrssektor: Abschlussbericht
| Autoren |
S. Braungardt P. Karsten |
|---|---|
| Sachgebiete |
0.2 Verkehrspolitik, Verkehrswirtschaft 0.16 Klimaschutz, Nachhaltige Entwicklung, Ressourcenschonung, Lebenszyklusbetrachtung, Ökobilanz 5.17 Bewertungsverfahren (Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen) 6.9 Verkehrsemissionen, Immissionsschutz |
Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt (UBA), 2025, 14 S., zahlr. Q, (Umweltbundesamt, Climate Change 44/2025). - Online unter: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen
Der Gebäude- und der Verkehrssektor in Deutschland sind aktuell auf dem Weg, die Klimaziele für 2030 teils deutlich zu verfehlen und damit auch die Erreichung der Klimaneutralität bis 2045 zu gefährden. Seit 2021 gilt das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG), das eine CO2-Bepreisung für Brennstoffe in diesen Sektoren implementiert. Die nationale CO2-Bepreisung leistet einen Beitrag, um die Treibhausgasemissionen zu reduzieren und die nationalen sowie EU-weiten Klimaziele zu erreichen. Der Bericht fasst die Ergebnisse eines Forschungsvorhabens kompakt zusammen, in dem in verschiedenen Analysen die Rolle der CO2-Bepreisung für die Transformation des Gebäude- und des Verkehrssektors untersucht wurde. Die Ergebnisse des Vorhabens wurden bereits in umfassenden Einzelberichten veröffentlicht. Zudem wurden Ansätze zur Ermittlung gefährdeter Sektoren für Carbon Leakage im Brennstoffemissionshandel betrachtet. Die im Rahmen des Forschungsvorhabens durchgeführten Analysen dienen dazu, ein besseres Verständnis für die Rolle der CO2-Bepreisung bei der Transformation der beiden Sektoren zu gewinnen und die Wirkung auf die Wirtschaftlichkeit von zentralen Technologien und Maßnahmen zu deren Dekarbonisierung zu untersuchen. Zudem wurden Ansätze zur Ermittlung von Carbon Leakage gefährdeten Sektoren untersucht. Die Reduzierung von CO2-Emissionen im Verkehrssektor stellt eine Herausforderung dar und es kommen bisher keine ausreichenden Klimaschutzinstrumente zum Einsatz. Um die deutschen Klimaschutzziele im Verkehrssektor und die Verpflichtungen der EU-Klimaschutzverordnung zu erfüllen, sind weitreichende technologische, aber auch verhaltensseitige Entwicklungen erforderlich. Dazu zählen der Umstieg auf effiziente, emissionsfreie Antriebe, die Verlagerung vom Individualverkehr zum Umweltverbund und eine Verlagerung des Gütertransports auf die Schiene. Die aktuell festgelegten Preise im Rahmen des BEHG bewirken zunächst nur begrenzte Emissionsreduktionen im Verkehrssektor, da die Preiselastizitäten in diesem Bereich gering sind. Es stellt sich also die Frage, wie ein CO2-Preis und ein Emissionshandelssystem in die Klimaschutzinstrumentierung des Verkehrssektors eingebunden werden kann und sollte. In der Praxis sprechen nicht ökonomisch rational agierende Akteure und die stärkere Gewichtung kurzfristig günstiger, aber langfristig sehr viel teurerer Klimaschutzoptionen dagegen, den CO2-Preis als alleiniges Klimaschutzinstrument im Verkehrssektor einzusetzen. Ohne parallele Maßnahmen, wie beispielsweise den Aufbau von Ladeinfrastruktur oder den Aufbau von Kapazitäten für klimafreundliche Verkehrsträger wie beispielsweise dem Schienenverkehr, und deren expliziter Förderung könnten Lock-in-Effekte die langfristige Transformation in bestimmten Sektoren oder Teilsektoren behindern. Daher ist in der Praxis ein ausgewogener Mix aus übergreifenden und sektorspezifischen Instrumenten, kombiniert mit einem ambitionierten Emissionshandelssystem, erforderlich, um die Klimaschutzziele zu erreichen.