Detailergebnis zu DOK-Nr. 83011
Für Herstellung und Instandhaltung: Neue Ansätze für die Funktionalisierung von Beton durch stimulierbare Additive – Junge Forschende analysieren reale Techniken für eine aktive und bedarfsgerechte Beeinflussung konventioneller Beton-Eigenschaften
| Autoren |
T. Echt P. Heik F. Ehle T. Wiegand L. Göbel |
|---|---|
| Sachgebiete |
9.3 Zement, Beton, Trass, Kalk 9.4 Chemische Stoffe, Kunststoffe (Haftmittel, Zusatzmittel) |
Der Prüfingenieur (2026) Nr. 68, S. 28-36, 10 B, 1 T, 31 Q
Kann man Beton „intelligent" und anpassungsfähig machen? Kann man seine Eigenschaften nicht nur während des Mischvorgangs, sondern auch danach gezielt steuern? Das ist die Frage, auf die ein Team aus natur- und ingenieurwissenschaftlichen Disziplinen an der Bauhaus-Universität in Weimar faszinierende Antworten gefunden hat. Möglichkeiten der aktiven Einflussnahme auf das Materialverhalten nach dem Mischprozess bestehen bislang nur in begrenztem Umfang, etwa durch Verdichten im Frischzustand oder durch etablierte Verfahren der Nachbehandlung. Mit der fortschreitenden Automatisierung von Herstellungs- und Verarbeitungsprozessen steigen jedoch die Anforderungen an die kontrollierte Steuerbarkeit des Massenbaustoffs Beton. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, rückt die Entwicklung neuartiger, adaptiver Betone in den Fokus der Forschung. Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Projekt StimuCrete untersucht in diesem Kontext die gezielte Beeinflussung ausgewählter Eigenschaften von Beton. Der Beitrag stellt neuartige Ansätze zur Funktionalisierung von Betonstrukturen durch stimuli-responsive Additive vor, die eine aktive, bedarfsgerechte Beeinflussung von Materialeigenschaften auch nach dem Mischprozess ermöglichen. Zwei zentrale Anwendungsfelder wurden herausgearbeitet: die magnetorheologische Steuerung von Frischbeton sowie kapselbasierte Mechanismen zur Erhöhung der Adaptivität und der Selbstheilungsmechanismen.