Detailergebnis zu DOK-Nr. 83129
Einsatz einer optimierten Polstergründung am Beispiel der A 1 in Leverkusen
| Autoren |
D. Alexiew A. Leven |
|---|---|
| Sachgebiete |
7.8 Verbesserung des Untergrundes, Geotextilien 11.1 Berechnung, Dimensionierung, Lebensdauer |
Geotechnik 49 (2026) Nr. 2, S. 155-160, 7 B, 2 Q
Im Zuge des Neubaus der Rheinbrücke Leverkusen musste ein Abschnitt der Bundesautobahn A 1 neu trassiert sowie an zukünftige verkehrliche Anforderungen in beiden Fahrtrichtungen angepasst werden. Die neue Fahrbahnführung durchquert eine historisch verfüllte und gesicherte Altablagerung (Deponie Dhünnaue) mit heterogenen, unverdichteten sowie teilweise umweltrelevanten Abfällen. Ziel war es, den Eingriff in die Deponie möglichst gering zu halten und gleichzeitig die Gebrauchstauglichkeit des Autobahnoberbaus sicherzustellen. Durch den Einsatz dehnsteifer Geokunststoffbewehrungen konnten die Systemdicke des Straßenaufbaus reduziert und der Kontakt mit belastetem Deponat signifikant minimiert werden. Grundlage bildeten multivariante analytische Berechnungen unter Anwendung mehrerer in Europa anerkannter Verfahren. Die optimierte Ausführung in reduzierter Bauweise besteht aus geraschelten Aramid-Geogittern und gelegten Geogittern aus hochfestem Polyester. Darüber hinaus kam in ökologisch kritischen Zonen eine adsorbierende Aktivkohlematte zum Einsatz. Der Beitrag stellt die Randbedingungen, die Bemessungsphilosophie, die gewählte Systemlösung sowie Aspekte der Ausführung vor. Unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten erbrachte die neu entwickelte „dünnere" Lösung eine Verkürzung der Bauzeit, einen verbesserten Arbeitsschutz, eine Reduktion des Kontakts zum höher belasteten Deponat um ca. 80 %, eine Reduzierung von Deponataushub und -transport um ca. 32 000 t sowie eine Ersparnis von ca. 16 000 m3 natürlichen Tragschichtmaterials plus 70 km Transport plus Verdichtung.