Zurück Vor
0802 115
Einfluss inhomogener Standfestigkeiten von Tragschichten ohne Bindemittel (ToB) auf die Qualität von Straßenkonstruktionen ermittelt mit Hilfe verschiedener, der Baulosgröße angepasster dyamischer Prüfverfahren
AiF 15 Q
IDN 705778
Forschungsstelle Universität Hannover, Institut für Verkehrswirtschaft, Straßenwesen und Städtebau (Prof. Dr.-Ing. A. Gerlach)
Bearbeiter Hothan, J.
Köhler, M.
Beyer, H.
Auftraggeber Bundesministerium für Verkehr, Bonn
Stand Abschluss: Oktober 1994

Es wurden drei Versuchsfelder mit verschiedenen Tragschichtmaterialien entsprechend der RStO 86 (Tafel 1, BKIV, Zeile 5) erstellt und außer den anforderungsgerechten Prüfungen neu entwickelte (dynamische) Messmethoden getestet. Die Prüfverfahren wurden auf den einzelnen Ebenen des Straßenaufbaues und in Rückgrabungen auf den darunterliegenden Materialien durchgeführt. Die Genehmigungsphase durch die AIF für dieses Forschungsvorhaben währte mehrere Jahre. Aufgrund der Reduzierung des Umfanges der Forschungsarbeit in diesem Zeitraum auf die Hälfte der ursprünglich geplanten Konzeption ergab sich zwangsläufig u.a. die Konsequenz, dass das Versuchsfeld eine zu geringe Größe hatte und die Anzahl der Messwerte eine statistisch abgesicherte Aussage nicht mehr zuließ. Die starken Inhomogenitäten des Untergrundes im Versuchsfeld erschwerten die Vergleichbarkeit der Ergebnisse der verschiedenen Prüfverfahren. Die Auswertungen ergaben, dass nur die Zusammenhänge zwischen den Ergebnissen aus dem Plattendruckversuch (E(Index v2) und der Leichten Fallplatte (E( Index vd)) zufriedenstellend sind. Die Problematik des Vergleichs der Ergebnisse der statischen und dynamischen Meßverfahren liegt u.a. in der unterschiedlichen Empfindlichkeit gegenüber den vorgegebenen Randbedingungen, z.B. Dicke der einzelnen Schichten, Art des Materials, Größe der eingeleiteten Energie. Den größten Einflussfaktor auf den Vergleich der Ergebnisse der Prüfverfahren übt die unterschiedliche Einwirktiefe der verschiedenen Messverfahren aus. Das Überbauen hat keinen wesentlichen Einfluss auf den Verdichtungsgrad der darunterliegenden Schicht. Tendenziell ist aber ein Anstieg der Tragfähigkeit - bewertet anhand der Messgrößen E( Index v 2) und E(Index vd) - bei den Rückgrabungen zu verzeichnen. Die Auswirkungen einer inhomogenen Unterlage können durch ein schichtweises Überbauen jedoch nur unwesentlich beeinflusst werden. Die Leichte Fallplatte eignet sich bedingt zur flächendeckenden Prüfung der Tragfähigkeit von Straßenaufbauten im Bereich ungebundener Materialien. Die Erfahrungen beim Einsatz dieses Messgerätes ergaben, dass unter beengten räumlichen Verhältnissen, in sehr kleinen Baulosen, z.B. Leitungsgräben, die Anwendung der Leichten Fallplatte zur Kontrolle der Gleichmäßigkeit und der Tragfähigkeit sehr gut geeignet ist. Die Beschleunigungsmessungen an der Vibrationswalze eignen sich zur flächendeckenden Prüfung der Gleichmäßigkeit von Straßenaufbauten, nicht aber zur Verdichtungskontrolle. Außerdem erlaubt die zerstörungsfreie Prüfmethode aufgrund der sofort zur Verfügung stehenden Ergebnisse, noch während des Produktionsprozesses steuernd einzugreifen. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit lassen den Schluss zu, dass nicht nur Mindestanforderungen an den Untergrund zu stellen sind, sondern ein zu tragfähiger Untergrund keine kontinuierliche Steigerung der Gleichmäßigkeit (Tragfähigkeit) des Straßenaufbaues durch Überbauen mit anforderungsgerechten Tragschichtmaterialien erlaubt.

Veröffentlichung