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Einsatz von Straßen-Wetter-Informationen zur Erhöhung der Wirksamkeit des kommunalen Winterdienstes
77.425/98
IDN 706655
Forschungsstelle Technische Universität Darmstadt, Fachgebiet Straßenwesen mit Versuchsanstalt (Prof. Dr.-Ing. J.S. Bald)
Bearbeiter Bald, J.S.
Bernhard, M.
Klotz, S.
Balke, J.
Auftraggeber Bundesministerium für Verkehr, Bonn
Stand Abschluss: April 2003

Ziel der Untersuchung war, zu prüfen, ob und inwieweit der Winterdienst - nach den positiven Erfahrungen im Außerortsbereich - auch im kommunalen Bereich durch eine verbesserte Bereitstellung von Straßenzustands- und Wetter-Informationen zusammen mit entsprechenden organisatorischen Maßnahmen effektiver gestaltet werden kann. Im Literaturüberblick wird zunächst auf die rechtlichen Grundlagen des kommunalen Winterdienstes und auf seine Organisation eingegangen. Es folgen Abschnitte über meteorologische Grundlagen sowie über die bisherigen Erkenntnisse mit Informationsquellen für den Winterdienst. Mittels einer Umfrage (Rücklauf 96 von 332 Fragebögen) wurde der derzeitige Stand der Praxis erfasst. Es zeigt sich, dass die mittelfristige Straßenwettervorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) häufig genutzt wird, voll ausgebaute kommunale Straßenzustands- und Wetterinformationssysteme jedoch nur in wenigen Städten vorhanden sind. Anhand der Auswertung von Winterdienstberichten wurde die Einsatzorganisation von Winterdienstbetrieben ausgewählter Städte untersucht. Eine Zeitreihenanalyse von GMA-Daten außerorts und innerorts liefert Hinweise auf die Übertragbarkeit der punktuell erhobenen Daten auf benachbarte Gebiete. Im Ergebnis zeigt sich, dass durch die Nutzung aktueller Straßenzustands- und Wetterdaten durchaus Effizienzsteigerungen zu erwarten sind. Für die Einsatzplanung scheint ein Zugriff auf die Informationen des Außerorts-SWIS sinnvoll. Für die Einsatzauslösung wird vorgeschlagen, in mehreren Stufen ein Netz von GMA aufzubauen. Eine Nutzung von günstig gelegenen Außerorts-Messstellen erscheint mit geringerer Gewichtung möglich. Wegen der unterschiedlichen Randbedingungen sind jedoch in der Regel fallbezogene Einzeluntersuchungen erforderlich. Ein völliger Ersatz von Kontrollfahrten durch kommunale Straßenzustands- und Wetterinformationssysteme erscheint erst möglich, wenn weitere Erkenntnisse zur Übertragbarkeit der punktuellen Glättemeldeanlagen auf die gesamte Stadtfläche vorliegen. Eine Checkliste schließt die Arbeit ab. Ein umfangreicher Anhangteil belegt die Zwischenergebnisse der Untersuchungen und kann den Planern von kommunalen Straßenzustands- und Wetterinformationssystemen als Anregung und Kontrolle für die eigenen Entscheidungen dienen.

Veröffentlichung