Zurück Vor
050302 481
Mobilitätsmanagement in der Stadtplanung
70.794/06
IDN 708105
Forschungsstelle Universität Münster, Zentralinstitut für Raumplanung (Prof. Dr. H. D. Jarass)
ILS - Institut für Landes- und Stadtentwickungsforschung gGmbH, Dortmund
RWTH Aachen, Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr (ISB) (Prof. Dr.-Ing. D. Vallée)
ivm GmbH, Frankfurt am Main
Bearbeiter Witte, A.
Kemming, H.
Stiewe, M.
Reutter, U.
Benden, J.
Brandt, T.
Bruns, A.
Mühlhans, H.
Wellens, C.
Grotefels, S.
Auftraggeber Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Bonn
Stand Abschluss: November 2008

Die Integration von Mobilitätsmanagement in den städtischen Planungsprozess ist ein neuer Ansatz, um zu einer stadtverträglicheren Verkehrsentwicklung beizutragen. Vielversprechend ist eine frühzeitige Berücksichtigung von Maßnahmen des Mobilitätsmanagements sowohl bei neuen Gewerbe-, Büro- oder Wohnungsbauvorhaben als auch bei der Neukonzeption und Überplanung bestehender Gewerbe- und Wohngebiete. Bislang finden Stadt- und Verkehrsplanung in Deutschland überwiegend unabhängig voneinander statt. Es gibt sowohl in Deutschland als auch vor allem im europäischen Ausland bereits einige gute Ansätze, wie Stadt- und Verkehrsplanung zum Vorteil der Lebens- und Standortqualität der Städte gut aufeinander abgestimmt werden. Strategisches Ziel des Forschungsvorhabens war es, anhand dieser guten Beispiele aus dem In- und Ausland und entlang aktueller stadtplanerischer Vorhaben (in Aachen, Darmstadt und Dortmund) Integrationsmöglichkeiten für Mobilitätsmanagement im Planungsprozess und im Planungsrecht zu ermitteln. Dabei wurde untersucht, wie das Mobilitätsmanagement gemeinsam mit den Akteuren im Planungsprozess auszugestalten ist. Durch die Einbeziehung aktueller Planungsvorhaben und der Kooperation mit Kommunen wurde gewährleistet, dass die gewonnenen Erkenntnisse direkt mit der Planungspraxis rückgekoppelt wurden. Der Stellenwert des Mobilitätsmanagements – insbesondere des betrieblichen Mobilitätsmanagements – als Instrument einer nachhaltigen Verkehrspolitik und -planung ist in Europa deutlich größer als in Deutschland. Das zeigt sich zum Beispiel in der Verankerung von Mobilitätsmanagement in unterschiedlichen staatlichen Ebenen in Gesetzen, in Richtlinien, in Plänen und Verordnungen ebenso wie in der Aufstellung von Förderprogrammen und in der Bereitstellung umfangreicher finanzieller Mittel für Maßnahmen. Die Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen planungs-, bau- und umweltrechtlicher Instrumente macht deutlich, dass die Einbindung von Mobilitätsmanagement in die Stadtplanung heute zwar bereits möglich ist, aber erst von sehr wenigen Kommunen verfolgt wird. Das Baugenehmigungsverfahren bietet Erfolg versprechende Ansätze zur Einbindung von Mobilitätsmanagement. Ansatzmöglichkeiten erlauben insbesondere die Regelungen zur Stellplatzpflicht und die unter bestimmten Voraussetzungen bestehenden Möglichkeiten zur Stellplatzreduzierung und Stellplatzablöse. Eine ausdrückliche Nennung konkreter Mobilitätsmanagementmaßnahmen als Reduzierungstatbestand in den Landesbauordnungen ist in diesem Zusammenhang zu empfehlen. Mögliche Anknüpfungspunkte für die Verankerung von Mobilitätsmanagement bieten sich darüber hinaus in den Vorschriften zur Luftreinhalteplanung und Lärmminderungsplanung.

Veröffentlichung