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0602 284
Hochrechnung der Kfz-Fahrleistungen auf der Basis der Ablesungen der Wegstreckenzähler bei Kfz-Hauptuntersuchungen
70.800/06
IDN 708112
Forschungsstelle Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin
Bearbeiter Kuhfeld, H.
Kalinowska, D.
Kloas, J.
Auftraggeber Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Bonn
Stand Abschluss: Juli 2007

Für das Pilotvorhaben der jährlichen Fahrleistungsschätzung für 2006 auf der Basis von Tachometerablesedaten aus technischen Hauptuntersuchungen (HU) standen Erhebungsdaten mit einer Fallzahl von insgesamt gut 5 Millionen Kraftfahrzeugen und damit einem Anteil von rund 10 % am gemeldeten KBA-Gesamtbestand für 2006 zur Verfügung. Die Auswertung der Daten zeigte nur wenige Codierungsfehler und eine gute Repräsentanz der Kfz nach den Klassen sowie der Hersteller-Typ-Schlüsselnummer-Kombination, sodass eine sinnvolle Zusammenführung der Tachometerdaten der Technischen Überwachungsinstitutionen (TÜI) mit den Bestands- und Typ-Dateien des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) möglich war. Auf der Basis der TÜI-Tachometerdaten wurden durchschnittliche Jahresfahrleistungen gemittelt über die gesamte Einsatzzeit des Kfz für unterschiedliche Fahrzeugklassen, Antriebsarten und Jahre der Erstzulassung berechnet und ein Entwurf zur jährlichen Ermittlung dieser Werte in Form eines "Fahrleistungstelegramms" oder Bestandsjahresfahrleistungen erarbeitet. Die Berechnung der kalenderjahrspezifischen Fahrleistungen oder Kalenderjahrfahrleistungen erfordert eine Überprüfung und gegebenenfalls eine Weiterentwicklung der methodischen Vorgehensweise, insbesondere aufgrund der im ersten Projektdurchführungsjahr noch fehlenden Zeitreihen der HU-Daten und der daraus resultierenden Notwendigkeit zur Annahmensetzung für die eingangs angestrebte Annualisierung der Fahrleistungsergebnisse. Dennoch liefern die bereits zum heutigen Zeitpunkt erarbeiteten Projektergebnisse wichtige und interessante Erkenntnisse auf dem Arbeitsfeld der Fahrleistungsschätzung, z. B. für die Entwicklung der Fahrleistungen von Krafträdern sowie von Güterkraftfahrzeugen. Insbesondere aufgrund der datenschutzrechtlich erforderlichen Anonymisierung der HU-Daten, die es verhindert, im Zeitverlauf und bei Fortführung des vorliegenden Projektvorhabens fortlaufende, auf das Einzelfahrzeug bezogene Daten zu erheben, stellt sich die Schätzung der Verteilung der Gesamtfahrleistung eines Kfz über die gesamte Einsatzdauer seit seiner Erstzulassung als besondere Herausforderung dar und mündet in weiteren Forschungsbedarf.

Veröffentlichung