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Gestaltung von Notausgängen in Straßentunneln
3.390
IDN 708052
Forschungsstelle RWTH Aachen, Institut für Straßenwesen (isac) (Prof. Dr.-Ing. M. Oeser)
Universität Würzburg, Lehrstuhl für Psychologie I (Prof. Dr. P. Pauli)
BUNG Ingenieure AG, Heidelberg
Bearbeiter Zimmermann, U.
Steinauer, B.
Mayer, G.
Baltzer, W.
Riepe, W.
Schauerte, M.
Mannes, F.
Mühlberger, A.
Hünnerkopf, M.
Wieser, M.
Müller, M.
Pauli, P.
Auftraggeber Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Bonn
Stand Abschluss: Februar 2007

Eine auffällige Gestaltung von Notausgängen ermöglicht den Tunnelnutzern, sich während einer normalen Tunnelfahrt mit den Einrichtungen vertraut zu machen, um im Ereignisfall die kurze Zeitspanne der Selbstrettungsphase effektiv nutzen zu können. Die Gestaltung muss also diesen höchst unterschiedlichen Anforderungen während der normalen Tunneldurchfahrt und dem Ereignisfall gerecht werden. Auf Grundlage von wahrnehmungs- und emotionspsychologischen Erkenntnissen, Wissen über die Physiologie des Hörens und Sehens und den besonderen räumlichen und lichttechnischen Bedingungen in Straßentunneln wurden Gestaltungsvarianten entwickelt. Ausgewählte Varianten wurden hinsichtlich ihrer Wirksamkeit beurteilt. Mithilfe von zwei Simulationen wurden dazu Probanden untersucht, die sich in einer virtuellen Tunneldurchfahrt an die Häufigkeit und die Lage von zwei verschieden gestalteten Notausgängen erinnern mussten. Für den Ereignisfall waren die Probanden mit einer Entscheidungssituation konfrontiert, bei der sie bei einer virtuellen Flucht eine von zwei der insgesamt drei Gestaltungsvarianten wählen mussten. Darauf aufbauend wurden für die Überprüfung der Wahrnehmung zwei Gestaltungsvarianten in situ untersucht. Dazu wurden Tunnelnutzer im Anschluss an die Tunneldurchfahrt auf ihre Wahrnehmung der Sicherheitseinrichtungen im Tunnel befragt. In einer weiteren Untersuchung wurden die Begreifbarkeit und Bedienbarkeit von Schiebetüren und Drehflügeltüren untersucht und Unterschiede herausgearbeitet. Zusammenfassend zeigte die Variante mit einem selbstleuchtenden grünen Rahmen um die Tür eine hohe Wirkung hinsichtlich einer unbewussten Wahrnehmung und Erinnerung. Diese ist signifikant besser als bei einer Gestaltung ohne Leuchtrahmen mit ausschließlich selbstleuchtendem Fluchtwegpiktogramm über der Tür. Für den Ereignisfall eignet sich eine helle grüne Beleuchtung der als Drehflügeltür ausgeführten Fluchttür. Für das Regelwerk wurden Empfehlungen für die Gestaltung formuliert.

Veröffentlichung Informationen Forschung im Straßen- und Verkehrswesen: Straßenbau und Straßenverkehrstechnik, Lieferung Nr. 83, 2008