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Detailergebnis zu DOK-Nr. 47494

Einsatzkriterien für Kreisverkehrsplätze außerhalb bebauter Gebiete

Autoren T. Richter
B. Hüsken
Sachgebiete 5.11 Knotenpunkte

Bonn: Typo-Druck- und Verlagsgesellschaft, 1998, 136 S., zahlr. B, 8 T, 60 Q (Forschung Straßenbau und Straßenverkehrstechnik (BMV, Bonn) H. 757)

Im Rahmen der Forschungsarbeit wurden zehn kleine Kreisverkehrsplätze außerhalb bebauter Gebiete unter Berücksichtigung der Zielfelder Verkehrssicherheit, Verkehrsablauf, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit empirisch untersucht. Aus den Untersuchungsergebnissen wurden Einsatzkriterien und erste Entwurfshinweise für diese Knotenpunktgrundform abgeleitet. Die Überprüfung der Verkehrssicherheit zeigt, daß sich an Kreisverkehrsplätzen außerhalb bebauter Gebiete weniger Unfälle ereignen als an den übrigen Knotenpunktgrundformen. Auch die Unfallschwere ist deutlich geringer. Nach dem Umbau der Kreuzungen zu Kreisverkehrsplätzen ist nicht nur im Knotenpunktbereich, sondern auch auf den anschließenden knotenpunktfreien Streckenabschnitten ein verändertes Fahrverhalten zu beobachten. Reisezeitverlusten im vormals vorfahrtberechtigten Hauptstrom stehen Reisezeitgewinne im vormals wartepflichtigen Nebenstrom gegenüber. Die erforderliche Verkehrsqualität von Straßen resultiert außerhalb bebauter Gebiete vornehmlich aus der Verbindungsfunktion. Kreisverkehrsplätze beeinträchtigen diese Verkehrsqualität insbesondere dann nicht, wenn ausreichende Knotenpunktabstände berücksichtigt werden. Kreisverkehrsplätze außerhalb bebauter Gebiete werden derzeit erst im unteren und mittleren Spektrum der Verkehrsstärken eingesetzt, so daß Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit bisher nicht möglich sind. Es kann davon ausgegangen werden, daß sie bis zu einer Knotenpunktbelastung von 25.000 Kfz/24 h eingesetzt werden können. Die Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit von Kreisverkehrsplätzen ist vor dem Hintergrund denkbarer Alternativen hinsichtlich der Knotenpunktgrundform positiv zu bewerten. Sie sind außerhalb bebauter Gebiete eine grundsätzlich geeignete Knotenpunktgrundform und in einer Reihe von Fällen, die in der Arbeit genannt werden, zu empfehlen. Sie sollten jedoch nicht zur Anwendung kommen, wenn sehr hohe Reisegeschwindigkeiten erzielt werden sollen oder die Funktionen der zu verknüpfenden Straßen eine gleichrangige Verbindung der Knotenpunktarme verbietet.