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Detailergebnis zu DOK-Nr. 82499

Vom Wasserrecht lernen? – Eine Bewirtschaftungsordnung für den Klimaschutz im Verkehrssektor

Autoren S. Loers
Sachgebiete 3.0 Gesetzgebung
0.2 Verkehrspolitik, Verkehrswirtschaft
0.16 Klimaschutz, Nachhaltige Entwicklung, Ressourcenschonung, Lebenszyklusbetrachtung, Ökobilanz

Berlin: Duncker & Humblot, 2025, 204 S., zahlr. Q (Schriften zum Umweltrecht; 214). - ISBN 978-3-428-19442-1

Ziel der Dissertation von Sophia Loers ist es, das Konzept der Bewirtschaftung mit Blick auf das Umweltmedium Luft zu untersuchen. Wenn die Bewirtschaftung des Wassers die knappe Ressource Wasser schützt und bewahrt, könnte eine Bewirtschaftung der Luft einen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und damit zum Klimaschutz leisten. Mit dem Fokus auf das Anliegen des Klimaschutzes geht eine Engführung der Arbeit auf das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid einher. Die Arbeit untersucht, ob sich der verwaltungsdogmatische und grundrechtliche Zugriff der wasserrechtlichen Bewirtschaftungsordnung für den Zweck des Klimaschutzes auf das Umweltmedium Luft übertragen lässt und welche Instrumente sich dazu anbieten. Dabei richtet die Arbeit den Blick vor allem auf den Verkehrssektor, der unter allen Emissionssektoren besonders dringend auf wirksame Klimaschutzmaßnahmen angewiesen ist. Themen der Luftreinhaltung, wie sie im Bundesimmissionsschutzgesetz geregelt sind, bleiben außen vor. Wegen der aufgezeigten Sonderrolle des Verkehrssektors beschränkt sich die Untersuchung außerdem auf eine Bewirtschaftung der Luft im Verkehrssektor, insbesondere im Bereich des motorisierten Individualverkehrs. Im Kern geht die Dissertation der Frage nach, ob sich eine Bewirtschaftungsordnung der Luft im Verkehrssektor mit dem Ziel des Klimaschutzes etablieren ließe. Das Leitmotiv der Arbeit ist dabei die Gegenüberstellung von Begrenzung und Bewirtschaftung. Damit löst sich die Arbeit von kurzlebigen tagespolitischen Debatten, wie sie häufig in der Klimapolitik auftreten, und ermöglicht eine wertungsfreie Auseinandersetzung mit dem Begriff der Ressourcenbewirtschaftung. Aus dem Untersuchungsziel lassen sich drei eng miteinander verknüpfte Untersuchungsbereiche ableiten: Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Klimawandels und seiner bisherigen rechtlichen Behandlung im ersten Teil der Arbeit geht es zunächst darum, den Begriff der „Bewirtschaftung“ mit Leben zu füllen. Welche Zugänge gibt es zum Bewirtschaftungsbegriff? Den Ausgangspunkt bildet hierzu die Gegenüberstellung von Wasserhaushaltsrecht und Immissionsschutzrecht, den „Prototypen“ des Bewirtschaftungs- bzw. Begrenzungskonzepts. Was versteht das Wasserrecht unter „Bewirtschaftung“ und womit wird die Bewirtschaftung des Wassers gerechtfertigt? Wie ist die Sichtweise des Immissionsschutzrechts auf den Bewirtschaftungsansatz? Basierend auf den Ergebnissen der Untersuchung entwirft die Arbeit eine eigene Definition des Bewirtschaftungsbegriffs. Darauf aufbauend schließt sich die Frage an‚ ob das Recht bereits Vorgaben für eine Bewirtschaftung der Luft mit dem Ziel des Klimaschutzes macht.