Detailergebnis zu DOK-Nr. 82487
Nachhaltigkeitsbewertung von Verkehrsinfrastrukturen
| Autoren |
M. Schröder M. Kelzenberg |
|---|---|
| Sachgebiete |
0.16 Klimaschutz, Nachhaltige Entwicklung, Ressourcenschonung, Lebenszyklusbetrachtung, Ökobilanz 4.0 Allgemeines |
Stuttgart: DGNB e.V., 2025. - Online unter: https://www.dgnb.de/de/zertifizierung/was-zertifizieren/infrastruktur/verkehrsinfrastruktur
Die Anforderungen an Verkehrsinfrastrukturprojekte hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Umweltwirkungen und gesellschaftlicher Akzeptanz nehmen kontinuierlich zu. Gleichzeitig besteht ein wachsender Bedarf an nachvollziehbaren und vergleichbaren Bewertungsansätzen, die eine Betrachtung über alle Lebenszyklusphasen ermöglichen. Das DGNB-Bewertungssystem für nachhaltige Verkehrsinfrastrukturen wurde von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) entwickelt. Es verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz zur Messbarmachung der Nachhaltigkeit von Infrastrukturprojekten. Grundlage bildet ein Kriterienkatalog, der ökologische, ökonomische, soziokulturelle, technische und prozessuale Aspekte berücksichtigt und eine strukturierte Bewertung der Nachhaltigkeit ermöglicht. Das Zertifizierungssystem ist für die Bewertung von Streckenabschnitten der Straßen- und Schieneninfrastruktur einschließlich zugehöriger Ingenieurbauwerke ausgelegt. Der zugrunde liegende Lebenszyklusansatz unterstützt die Identifikation von Optimierungspotenzialen in Planung, Bau und Betrieb und kann zur Reduzierung von Lebenszykluskosten beitragen. Die Bewertung schafft zugleich Transparenz gegenüber Investoren, öffentlichen Auftraggebern und der Gesellschaft. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Berücksichtigung regulatorischer Anforderungen, insbesondere der Integration der EU-Taxonomie und der Unterstützung entsprechender Berichts- und Nachweispflichten im Infrastrukturbereich. Als erstes Großprojekt wurde das PPP-Projekt VIA6 West im Jahr 2023 mit einem DGNB-Gold-Zertifikat ausgezeichnet. Aktuell befindet sich das System in der zweiten Pilotphase, in der die Bewertungsansätze anhand einer breiten Projektauswahl weiter verifiziert werden. Das Zertifizierungssystem soll öffentlichen Auftraggebern, Bauunternehmen und Planenden ermöglichen, Verkehrsinfrastrukturprojekte über alle Lebenszyklusphasen hinweg systematisch zu bewerten und zu steuern. Die Anwendung ist für nationale und internationale Projekte vorgesehen.