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Detailergebnis zu DOK-Nr. 82384

Elektromobilität im Straßenbetriebsdienst in Bayern

Autoren H. Dirnhofer
C. Feldek
Sachgebiete 0.3 Tagungen, Ausstellungen
6.10 Energieverbrauch, Elektromobilität
16.7 Fahrzeuge, Maschinen, Geräte (Mechanisierung)

Kolloquium Straßenbetrieb 2025, 23./24. September 2025, Karlsruhe. Köln: FGSV Verlag, 2025, USB-Stick (Hrsg.: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen) (FGSV 002/144), 10 S., 6 B, 2 T

Durch die Elektrifizierung der Antriebe von Fahrzeugen kann der Straßenbetriebsdienst seinen Anteil an der Dekarbonisierung des Verkehrssektors und die damit verbundene Transformation hin zu CO2-neutralen Antriebskonzepten leisten. Der Fuhrpark einer Straßenmeisterei lässt sich in drei Hauptfahrzeuggruppen unterteilen: Dienstfahrzeuge für die Leitung der Straßenmeisterei, meist Pkw, leichte Nutzfahrzeuge (Transporter) und schwere Nutzfahrzeuge, die auch im Winterdienst eingesetzt werden. Im Pkw-Bereich wurden in den letzten Jahren zahlreiche rein elektrische Modelle eingeführt, die konventionellen Fahrzeugen nahezu gleichwertig sind. Die Ausstattung, die Reichweite und die Batteriekapazität sind für den operativen Einsatz ausreichend. In Bayern sind bereits sechs Fahrzeuge der Meistereileitung batterieelektrisch angetrieben. Bei Transportern sind zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten zu berücksichtigen. Neben verschiedenen Um- und Aufbauten ist auch der Anhängerbetrieb von Bedeutung. Nach Erhebung der Anforderungen der Straßenmeistereien in Bayern an diese Fahrzeuggruppe wurden neun geeignete vollelektrische Fahrzeugmodelle identifiziert und beschafft, die ab 2023/2024 einem Langzeittest unterzogen werden. Auch bei schweren Nutzfahrzeugen ist der Trend hin zu rein elektrischen Antrieben erkennbar. Geeignete Allradfahrzeuge für die speziellen Anforderungen im Straßenbetriebsdienst sind derzeit jedoch nur sehr eingeschränkt verfügbar. Um Erfahrungen zu sammeln, haben das Bundesministerium für Verkehr und die bayerische Staatsbauverwaltung mit Unterstützung der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen ein Pilotprojekt gestartet, das den Einsatz eines rein elektrisch angetriebenen Lkw an einer Straßenmeisterei vorsieht. Seit Dezember 2024 ist ein Pilotfahrzeug in Bayern im Einsatz, bestehend aus einem batterieelektrisch angetriebenen Fahrgestell ergänzt mit einer Hydraulikanlage und einem Hakenliftsystem. Im Winterdienst werden ein leichter Frontpflug und autarke Elektrostreuer für Feuchtsalz und Soleausbringung eingesetzt. Im Sommer wird das Fahrzeug mit einem Kran und verschiedenen Anbaugeräten ausgestattet, um vielfältige Einsatzmöglichkeiten zu erproben. Zudem erfordert die Umstellung auf rein elektrische Antriebe meist auch die Anpassung der elektrischen Infrastruktur in der Straßenmeisterei.